ÜBER MICH


Körperlichkeit, Kreativität, Kommunikation
Ich bin in Göteborg geboren, aber als ich 14 Jahre alt war, sind wir mit der Familie nach Moskau gezogen und seitdem habe ich die meiste Zeit außerhalb Schwedens gelebt. Ich habe mich immer für Menschen, Körperlichkeit, Kommunikation und Ausdruck interessiert, und das hat mich unter anderem dazu gebracht, Anthropologie, Soziologie und Sprachen zu studieren - in Schottland, Russland, Italien und Deutschland. In der gleichen Zeit ist bei mir, auf unterschiedlichste Weise und durch verschiedene Begegnungen, ein starkes Interesse an Tanz, Theater und Performance gewachsen, das ich weiter verfolgt habe - sowohl als Kritikerin und Autorin von Texten und Artikeln zu diesen Themen, als auch auf der Bühne als Performerin in Gruppen- und Solo-Performances. In den letzten Jahren werden diese Erfahrungen immer wichtiger für meine Arbeit mit Gruppen, da ich sowohl Improvisation und andere theater- und tanzpädagogische Werkzeuge als auch Methoden aus dem Kreativem Schreiben in meine Trainings und Workshops integriere. Insbesondere interessiert mich dabei die Suche nach der individuelle Stimme und kreativem Ausdruck, und dadurch die Möglichkeit für authentische und herzverbundene Kommunikation.

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Hanna Nordqvist Achtsame Berührung Körperorientiertes Coaching

Körperarbeit - Ausbildung, Weiterbildung, Entwicklung
2011 habe ich die Grinberg Methode für mich entdeckt und habe von Anfang an sehr gemocht, wie diese Methode Körperwahrnehmung und kritische Reflektion verbindet, um Klarheit und Selbstbestimmtheit zu fördern. Ich habe 2012 die Ausbildung angefangen und bin seit 2016 zertifierte Praktikerin, arbeite aber schon seit 2013 in Einzel-Behandlungen und seit 2015 mit Gruppentrainings und Workshops, die Ideen und Werkzeuge, die ich durch diese Methode gelernt habe, mit meinen Erfahrungen und Kenntnissen von anderen Bereichen verbindet. 2017 kam noch eine Weiterbildung  innerhalb der Pantarei Approach (- eine neue Linie von Körperarbeit, entwickelt von den beiden Lehrerinnen, die mich die Grinberg Methode beigebracht haben), als sehr wichtigen Ergänzung, die mich ermutigt und inspiriert hat, einige Grundannahmen in meiner Arbeit zu hinterfragen und selbstbestimmt meine eigene Werkzeuge und Herangehensweise weiterzuentwickeln.


Bewegtes Leben - bewegte Sprache - bewegtes Schreiben

Als Kind liebte ich es, neue Wörter und Wortkombinationen zu lernen, aber es stellte sich oft heraus, dass ich sie ein bisschen „falsch“ verstanden hatte – ich hatte meine eigenen Interpretationen der Wörter, die ich gehört hatte, entwickelt. Korrigiert zu werden war für mich immer schmerzhaft - als ob die Wörter, die ich mich mühsam erobert habe, hinter einen Regelgitter weggesperrt wurden. Jedes mal hat es wie schwarze Löcher in meinem Sprachuniversum hinterlassen, die sich mit Verunsicherung gefüllt haben. Manchmal habe ich sogar stur an meinen Wortinterpretationen festgehalten, aber gleichzeitig blieb bei mir das Gefühl, dass ich jemanden bin, die Schwierigkeiten hat, den Sprachregeln richtig zu merken oder zu beherrschen.

Meine Neugier für Sprache und Ausdruck ist aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen!) weiterhin gewachsen, und hat mich dazu geführt, mich immer wieder auf neue Fremdsprachabendteuer zu begeben. Einfach eine Sprachmelodie oder die ungewohnte Kombination von offenen Vokalen und eckigen Konsonanten lauschen zu dürfen, ohne den Leistungsdruck das gesagte sofort zu entziffern, das empfinde ich als eine ganz besondere Genuss. Und Menschen in ihren ganzheitlichen sprachlichen Ausdruck – ihre Gesten, Gesichtsausdrücke, Intonation, Sprachrhytmus, Körperhaltung… zuhören und wahrnehmen, um mich ihre Herzensangelegenheiten annähern zu können – das ist für mich zur Kern meiner Arbeit in Einzelsitzungen geworden. Momente der Verbundenheit, die ich für nichts anderes tauschen würde.

Eine Sprache kann wie eine Brücke funktionieren um Menschen miteinander zu verbinden – mit achtsamer Zuwendung, Wort für Wort, Schritt für Schritt. Aber eine Sprache kann auch als Machtmittel eingesetzt werden um andere Menschen den Mitrederecht zu erschweren oder verweigern. Wer nicht schnell und „gut“ genug für sich argumentieren kann, wird einfach übertönt oder ignoriert.

Das eine Sprache sich wie ein zu Hause fühlen kann, oder wie eine zweite Haut, und dann im nächsten Moment wie einen viel zu großen Anzug oder ein endlosen Meer und ich als ein Boot voller Löcher, dass sind widersprüchliche Erfahrungen, die ich mittlerweile gut kenne. Es macht es in dem Moment nicht unbedingt weniger herausfordernd oder schmerzhaft, aber mich daran zu erinnern, wie unterschiedlich es sich anfühlen kann, hilft mir mich nicht zu schnell von einem einzigen Sprachmisserfolg definieren oder entmutigen zu lassen. Und diese diverse Spracherfahrungen sind auch zu Beweggrund für mich geworden, auf der Suche zu gehen, nach Werkzeuge, die den eigenen sprachlichen Ausdruck und die Verbindung zu den individuelle Stimme stärken können - die helfen können, öftersmal „zu Hause“ in der eigenen Sprache zu fühlen.

Die wahre Schönheit einer Sprache zeigt sich, wenn sich jemand die Freiheit nimmt, auf seine Weise damit zu spielen - sie zu drehen und zu verdrehen und absurd gängige und seltsame Wortkombinationen zu mischen. Phrasen, Formulierungen und Beschreibungen, die uns auf eine neue Sichtweise hinweisen – auf die individuelle Wahrnehmung des Schreibenden oder des Charakters, den er oder sie gerade bewohnt.

Für mich ist eines der wertvollsten Dinge, die wir haben, unser eigener Ausdruck – unsere Sprache – unsere individuelle Art zu verstehen und wahrzunehmen, in einem Form, den geteilt werden kann.

Ich habe durch meine Arbeit mit körperorientierte Methoden gemerkt, dass ich mich oft aus einer Schreibblockade oder einer Art sprachlichen Starre durch achtsame Bewegung mit der Körper befreien kann - dass wenn ich mich aus einer verspannte Haltung losschütteln kann, auch meine Gedanken und Wörter mehr Raum zum fließen haben. Und ich habe gemerkt, dass meditative Ansätze oder spielerische Bewegungsimpulse, die den Aufmerksamkeit auf meinen Körperempfinden lenken, mich sehr dabei helfen wieder schneller die für mich passende Wörter und Formulierungen zu finden. Meine Sprache fühlt sich lebendiger, bewegter und mehr direkt mit mir verbunden - sie wird wirklich mehr zu meiner, und dadurch weniger empfindlich für zerstörende Kritik.

Aus diesen Entdeckungen habe ich den letzten Jahren unterschiedliche Workshops und Trainings konzipiert, die Körperbewusstseinsübungen mit kreativen Schreibmethoden verbinden, und dadurch solche Erfahrungen auch andere ermöglichen sollen, und ihnen ermutigen ihre Verbindung zu dem eigenen sprachliche Ausdruck zu stärken. Und um meine Fragen und Überlegungen rund um Schreiben und Sprache tiefer nachzugehen, habe ich in Oktober 2019 den Master „Biografisches und kreatives Schreiben“ bei Alice Salomon Hochschule in Berlin Hellersdorf angefangen.

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Hanna Nordqvist Achtsame Körperarbeit Kreative Ausdruck Schreiben in Bewegung
Hanna Nordqvist Achtsame Körperarbeit Kreative Ausdruck Schreiben in Bewegung

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Praxisräume in Berlin Mitte
2010 bin ich in Berlin gelandet. Es ist eine Stadt mit der ich mich aus unterschiedlichen Gründen tief verbündet fühle. Seit 2014 leite ich hier zusammen mit zwei Kolleginnen die Praxis KörperRaum Mitte. Unsere Vision mit der Praxis ist, ein Begegnungsort für unterschiedliche Formen von körperorientierten Methoden und kreative Heransgehensweise zu schaffen – Räume für Reflexion, Austausch, Dialog, Begegnungen, Bewegung, Stimme... Ein Platz, der dazu einlädt sich spielerisch und kreativ auszuprobieren, sich mit wichtigen persönlichen und gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen und neue Impulse und Inspirationen zu sammeln.